Digital Humanities: Eigene Disziplin oder Hilfswissenschaft?

Statements:


aus:  Johannes Fehr, 2010, Wie entstehen wiss. Disziplinen, S. 11.

Im Rahmen einer Diskussionsvorlage für den DH-Stammtisch in Göttingen habe ich im Folgenden einige Links und Gedanken zusammengetragen, die zu der obigen Fragestellung nach eigener Disziplin oder Hilfswissenschaft beitragen. Angereichert ist der Eintrag mit einigen eigenen thesenartigen Gedanken zur Thematik, die sich aus der Diskussion der vergangenen Monate ergeben haben und einem Proposal für einen Vortrag in Passau auf der DHD 2014 mit dem Titel „Digital Humanities und Interdisziplinarität. Thesen für eine Kooperation zwischen Geisteswissenschaften und angewandter Informatik“ entnommen sind:

Digital Humanities: Field or Practice?

Manifesto

Drei Sphären der Digitalen Geisteswissenschaften (Folie von Patrick Sahle via Sally Chambers)

3 Spheres of Digital Humanities

Google ngrams: Korpora = Englisch & Deutsch bis 2008
case sensitive | case insensitive






DigitalHumanities und Interdisziplinarität. Thesen für eine Kooperation zwischen Geisteswissenschaften und angewandter Informatik

Der entscheidende Punkt bei der interdisziplinären Kooperation in den Digital Humanities ist die deutliche Formulierung und das Bekenntnis zu einem gemeinsamen Ziel, einer verbindenden Fragestellung, bei dem alle beteiligten Kooperationspartner die erwartete Belohnung für das geleistete Investment erhalten. Ist dieses Ziel nicht vorhanden oder zu schwammig, dann dürfte es auf die Dauer schwierig sein, Kooperationspartner für eine dauerhafte Zusammenarbeit (und eine solche möchten die Digital Humanities ja zwischen Geisteswissenschaft und angewandter Informatik etablieren) zu finden. Ein solches Ziel kann nicht alleine in der gemeinsamen Rekrutierung von Fördermitteln bestehen, sondern sollte und muss auch inhaltlich in einer gemeinsamen Forschungsfrage verankert sein. An dieser Stelle zerfallen die Digital Humanities jedoch in kleinere Projekte, die jeweils in der Methodik der Fachdisziplin angesiedelt sind und mit der Informatik kooperieren, um ihre Forschungsfragen zu beantworten. Diese Fragen ergeben sich zudem oft nicht aus der Kooperation zwischen angewandter Informatik und geisteswissenschaftlicher Fachdisziplin, sondern sind häufig einseitig aus den Geisteswissenschaften heraus inspiriert.
Wo aber die gemeinsame Fragestellung fehlt, wird sich kein eigenes Fach entwickeln, zumal die Methoden nicht generisch sind, sondern sich aus einzelnen Fachdisziplinen speisen, die in ihrer Spezialisierung verhaftet sind. Der gemeinsame Forschungsgegenstand von Digital Humanities, analogen Geisteswissenschaftlern und Informatikern in den Digital Humanities ist der Mensch und die conditio humana. Ihn besser zu verstehen muss daher im Zentrum der gemeinsamen Bemühung stehen. Dies korreliert mit dem Statement Jan Christoph Meisters, der im „Herzen der digitalen Geisteswissenschaft noch immer das Sinnverstehen“ sieht [zitiert nach 7] und auch mit McCarthys Ansatz, der vom „shared concern for the human“ als besten Ausgangspunkt für ein gemeinsame Fragestellung spricht [3:25]. Also geht es nicht oder nur in zweiter Linie um gemeinsame Methoden, sondern um gemeinsame Fragen und das geteilte Interesse am Verständnis des Menschen und seiner Verhaltensäußerungen, die Literatur, bildende Kunst, Geschichte und Sprachwissenschaften gleichermaßen umfassen. Nur auf einer solchen allgemeineren Basis wird aus meiner Perspektive Kooperation aller beteiligten Player nachhaltig und dauerhaft möglich sein. Der Computer und seine Software als Werkzeug hingegen kann mangels heuristischer Relevanz dieses Bindeglied interdisziplinärer Kooperation nicht stellen – er ist alleine für sich genommen in der Tat nicht anders als der Bleistift ein Werkzeug, allerdings ein wesentlich komplexeres.

Einige Arbeitsthesen zur Interdisziplinären Zusammenarbeit und zur Stellung der Digital Humanities zwischen Fachdisziplin und Hilfswissenschaft:

  • Vorsicht vor Entfremdung von den etablierten geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen! Ansonsten fehlen die Fragestellungen und man wird Digital Humanities als Konkurrenz empfinden und nicht als Bereicherung! Wollen wir wirklich dauerhaft die Nerds unter den Geisteswissenschaftlern sein [6]?
  • Angewandte Informatik sollte als gleichberechtigter Partner mit den Geisteswissenschaften auftreten. Nur so kann eine gegenseitige Bereicherung und Befruchtung entstehen. Theoretische Informatik wird nur begrenzt Interesse an den Geisteswissenschaften entwickeln können und die Geisteswissenschaften werden auf der anderen Seite auch nur wenig von dieser profitieren können.
  • Kooperationsprojekte zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie angewandter Informatik werden dann am erfolgreichsten sein, wenn sie sich mit einer konkreten Fragestellung einer konkreten geisteswissenschaftlichen Fachdisziplin beschäftigen.
  • Tools und Werkzeuge können zwar fachübergreifend, aber nur im Rahmen der Objekt, Bild oder Textbezogenheit verwendet werden. Dabei werden in Zukunft zunehmend Kombinationen der versch. Materialgruppen über semantische Technologien eine Rolle spielen.
  • Die Digitalisierung der Arbeitsmethoden muss aus den geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen heraus gefördert werden! Ansonsten wird es Akzeptanzprobleme geben. DH-Professuren sollten daher thematisch an einzelne Fachdisziplinen angebunden sein, um dort konkrete Projekte zu realisieren.
  • Kunst ist keine Wissenschaft! Digital Humanities sollten sich von der Vermengung von Ästhetik und Forschung fern halten, sonst wird die Akzeptanz in den geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen und auch in der angewandten Informatik sinken.
  • Usability und mobile devices sollten bei der digitalen Bereitstellung von Forschungsergebnissen stärker berücksichtigt werden. Der Legitimationszwang der Geisteswissenschaften sollte zu einer Bereitstellung der Produkte der Digital Humanities für die breite Öffentlichkeit führen.
  • Interdisziplinarität braucht Vertrauen und gleichberechtigtes Miteinander. Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen und der angewandten Informatik ist eine grundlegende Voraussetzung für interdisziplinäre Kommunikation und die erfolgreiche Durchführung gemeinsamer Projekte.

  • Literatur in Auswahl:
    [1] Fischer, Klaus: Interdisziplinarität im Spannungsfeld zwischen Forschung, Lehre und Anwendungsfeldern, Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2010, S. 37-58.
    [2] Löffler, Winfried: Vom Schlechten des Guten. Gibt es schlechte Interdisziplinarität? In: Interdisziplinarität. Theorie, Praxis, Probleme. Hrsg. v. Michael Jungert, Elsa Romfeld, Thomas Sukopp, Uwe Voigt, Darmstadt 2010, S. 157-172.
    [3] McCarty, Willard: The residue of uniqueness, Historical Social Research, Bd. 37, Nr. 3, 2012, S. 24-45.
    [4] Reed, Mark: What makes interdisciplinarity work? http://www.youtube.com/watch?v=DhhNtzjMY4g | 07.04.2011
    [5] Sporleder, Caroline: Was sind eigentlich Digital Humanities? Der Einzug digitaler Methoden in die Geisteswissenschaften, Forschung & Lehre 11, 2013, S. 926-927.
    [6] Straush, Alexandra: Die wilden 14 – Digitale Geisteswissenschaften, in: duz Magazin 12/2013, S. 9-12.
    [7] Thaller, Manfred: Controversies around the Digital Humanities. In: Historical Social Research. Bd. 37, Nr. 3, 2012, S. 7-229.
    [8] Thiel, Thomas: Eine empirische Wende für die Geisteswissenschaften? Frankfurter Allgemeine Zeitung: 25.07.2012, Nr. 171, S. N5
    [9] Thiel, Thomas: Mittel auf der Suche nach einem Zweck. Vom Nutzen und Nachteil großer Datensätze für die Geschichte: Die Geisteswissenschaften beginnen, sich für die Möglichkeiten der digitalen Welt zu interessieren – aber noch ist unklar, was man mit all den Rechenkapazitäten anfangen soll, Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13.02.2013, Nr. 37, S. N5
    [10] Weingart, Peter: Interdisziplinarität – der paradoxe Diskurs. – In: Ethik und Sozialwissenschaften. 8 (1997) Heft 4, Hauptartikel 9, S. 521-598 [inkl. Kritik].
    [11] Stäcker, Thomas: Wie schreibt man Digital Humanities richtig? Bibliotheksdienst 47(1), 2013, S. 24–50.
    [12] Gold, Matthew K. (HG)(2012): Debates in Digital Humanities, Minneapolis.
    [13] Stock, M., & Stock, W.G. (2012): Was ist Informationswissenschaft? In: O. Petrovic, G. Reichmann, & C. Schlögl (Hrsg.), Informationswissenschaft. Begegnungen mit Wolf Rauch Wien, Köln, Weimar, S. 389-407.
    [14] Stock, Wolfgang G. (1989): Die Entstehung einer wissenschaftlichen Disziplin, Acta Analytica 4, S. 149-168.
    [15] Orland, Barbara & Johannes Fehr (2010): Wie entstehen wissenschaftliche Disziplinen? Ein ambulanter Schriftwechsel, in: Dissonance, 111/2010, S. 8-13.
    [16] Porsdam, Helle (2012): Too much ‘digital’,too little ‘humanities’? An attempt to explain why many humanities scholars are reluctant converts to DigitalHumanities.
    [17] Presner, Todd (2010): Digital Humanities 2.0: A Report on Knowledge, in: Melissa Bailar et al. (Hg.), Emerging Disciplines: Shaping New Fields of Scholarly Inquiry in and beyond the Humanities, S. 27-38. Retrieved from the Connexions Web site: http://cnx.org/content/col11201/1.1/
    [18] Schreibman, Susan (2012): Digital Humanities: Centre and Peripheries, Historical Social Research, Bd. 37, Nr. 3, S. 46-58.
    [19] Huggett, Jeremy (2012): Core or Periphery? Digital Humanities from an Archaeological Perspective, Historical Social Research, Bd. 37, Nr. 3, S. 86-105.
    [20] Lin, Yu-wei (2012): Transdisciplinarity and Digital Humanities: Lessons Learned from Developing Text-Mining Tools for Textual Analysis, in: Understanding Digital Humanities, hg. von David M. Berry, Basingstoke, New York, S. 295-314.
    [21] Svensson, Patrik (2009): Humanities Computing as Digital Humanities, Digital Humanities Quarterly, Bd. 3, Nr. 3.
    [22] Porsdam, Helle (2013): Digital Humanities: On Finding the Proper Balance between Qualitative and Quantitative Ways of Doing Research in the Humanities, Digital Humanities Quarterly, Bd. 7, Nr. 3.
    [23] Hagner, Michael (2014): Geisteswissenschaften oder Digital Humanities? Forschung und Lehre, Heft 2 (Februar).

    PS. (19.11.15):
    Die Diskussion geht weiter: Hier ein Link zu einem Diskussionforum bei H-SOZ-KULT zum Thema Grundwissenschaften und Digital Humanities:
    http://www.hsozkult.de/text/id/texte-2890

    SWIB 2013 – Marc21 is dead – long live Marc21 / #swib13

    Die diesjährige „Semantic Web in Bibliotheken“ findet in Hamburg statt und hat bei den Teilnehmerzahlen weiter zugelegt. Auch die Internationalisierung schreitet weiter voran. Die Präsentation der Beiträge können in den kommenden Wochen auf der Seite http://swib.org/swib13/ heruntergeladen werden. Ausserdem wird eine Videoaufzeichnung der Tagung online gestellt. Schon jetzt kann man sich die Lifemitschnitte unter http://www.make.tv/elbdeich ansehen.
    Ist der Hype um Semantic Web und Linked Data also ungebrochen. Es kann so scheinen. Allerdings muß man die Untertöne beachten. Die Keynote zur Eröffnung hielt Dorothea Salo von der University of Wisconsin-Madison mit dem schönen Titel: „Soylent SemWeb Is People! Bringing People to Linked Data“. In Anspielung auf den SF-Schinken Soylent Green von 1973, in dem die Menschen sich in einem nachhaltigen Kreislauf von ihren verstorbenen Vorfahren ernähren, wies sie auf die ernorme Bedeutung der Usability von Semantic Web und Linked Data für eine umfassende Akzeptanz dieser Technologie hin. Während die ursprüngliche Idee von Tim Berners Lee ja die Maschinenlesbarkeit der Daten in den Vordergrund gestellt hat, gehe es heute darum die Menschen, die Nutzer der Technologie (also in diesem Fall die Bibliothekare) stärker einzubeziehen und die Vorteile von Linked Data Lösungen für Bibliotheken transparent, veständlich und überzeugend zu kommunizieren. Ihre Überlegungen fasst sie in vier Herausforderungen zusammen, die in dem Ausruf „disrupt MARC“ gipfelten. Nicht zum letzten Mal auf dieser Tagung wurde dieser allgegenwärtige Bibliotheksstandard entweder totgesagt oder seine Zombiequalitäten beschworen. Dabei geht es Salo darum, die Linked Data for Libraries Bewegung aus dem Experimentalstadium heraus in die konkrete Anwendungen zu führen, damit aus Visionen reale Nutzungsszenarien werden.
    Die Tagung unterteilt sich in fünf Sektionen: Mappings and Mashups, Libraries and Beyond, Ontology Engineering, Contributing to Europeana, Base Technology: the Web sowie Repositories Enhanced. Herausheben möchte ich den Beitrag von Nadine Steinmetz vom Hasso Plattner Institut in Potsdam in der Sektion Mappings and Mashups, die ein Projekt zum „Cross-Lingual Semantic Mapping of Authoritiy files“ vorstellte, in dem es konkret um ein Mapping der GND Sachkategorien auf dbpedia geht. Es ist zu hoffen, dass die Ergebnisse dieses Mappings bald zur freien Verfügung stehen werden. Interessant erscheint mir auch die Weiterführung des Projekts der BNF in Paris mit dem Titel „OpenCat“, bei dem es um die Bereitstellung LOD aus dem Projekt data.bnf.fr für andere französische Bibliotheken geht. Das Projekt setzt auf ein phyton-basiertes Semantic Web Framwork mit dem Namen http://www.cubicweb.org/. Die Sektion zur Europeana stellt das EDM Datenmodell sowie die Spezifikation von EDM für die Beschreibung und den Ingest digitalisierter Manuskripte in Europeana vor. Das Projekt dm2e.eu erweitert EDM um eine Reihe von Attributen und Klassen, die eine möglichst angemessene Repräsentation der Manuskripte im Portal der Europeana erlauben soll.
    Der Tagung vorgeschaltet war wie immer ein Tag mit halbtägigen Workshops und Meetings (Dini und VivoCamp), diesmal mit den folgenden Themen: Introduction to Linked Open Data, Metadata Provenance Tutorial, Linked Data Publication with Drupal, CouchDB: A Database for the web, Catmandu – Library Oriented Extract, Transform, Load tools to publish Linked Open Data sowie Analysis of Library Metadata with Metafacture und ein PhD-Workshop. Aus Göttingen waren Sven Porst (Workshop zu Couch-DB und Lightning Talk) sowie Jacob Voß (mit einem Vortrag und einem Lightning Talk) aktiv an der SWIB beteiligt. Ich selber habe am Workshop zu Linked Data Publication with Drupal teilgenommen, der von Joachim Neubert, einem der Veranstalter der SWIB, hervorragend vorbereitet war und gute Einblicke in die Möglichkeiten der Publikation von RDFA mit Drupal bot.
    Bleibt nur noch mit Dorothea Salo zu hoffen, dass Linked Data Anwendung in Bibliotheken tatsächlich langsam zu der Reife gelangen, die sie zum unverzichtbaren Standard bei der Bibliotheksarbeit und in der Recherche werden lassen. Bis auf weiteres sind Semantic Web und Linked Data, so scheint es zumindest, vom Mainstream noch einige Meilen entfernt.

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    Neue Webseite zur Geschichte der Anwendung der EDV in den Geisteswissenschaften an der Universität Tübingen www.tustep.uni-tuebingen.de/kolloq.html

    Hier ein crosspost aus der DHD Mailingliste, der mir beachtenswert erscheint, da die Geschichte der Digital Humanities bislang noch kaum geschrieben ist und noch einer (wissenschaftshistorischen) Würdigung harrt. Das ist auch wichtig für die zukünftige Entwicklung dieses Ansatzes!

    www.tustep.uni-tuebingen.de/kolloq.html

    Wilhelm Ott schreibt:
    „Ein für die Geschichte der Digital Humanities im deutschsprachigen
    Raum nicht unwichtiges Datum jährte sich am Wochenede zum 40. Mal:

    Am 17. November 1973 fand das erste „Kolloquium zur Anwendung
    der EDV in den Geisteswissenschaften an der Universität Tübingen“
    statt. Beim letzten dieser insgesamt 90 Kolloquien sprach am
    5. Februar 2005 John Unsworth zum Thema „The importance of
    digitization and cyberinfrastructure in the humanities“.

    Bei vielen dieser Veranstaltungen stand TUSTEP im Vordergrund, das
    Tübinger System von Textverarbeitungsprogrammen, das wir mit dem Ziel
    der optimalen Unterstützung des wissenschaftlichen Umgangs mit
    Textdaten am Zentrum für Datenverarbeitung und in Zusammenarbeit mit
    vielen hier vorgestellten Projekten entwickelt haben. Dennoch – oder
    besser: gerade deshalb – haben wir es für notwendig gehalten, immer
    wieder über den eigenen Horizont, d.h. insbesondere TUSTEP und seine
    Anwendung, hinauszuschauen.

    Einer der Höhepunkte war das 50. Kolloquium, bei dem Roberto Busa
    über „Half a Century of Literary Computing: Towards a ‚New‘ Philology“
    sprach (24. November 1990, genau 30 Jahre nachdem er in Tübingen
    zusammen mit IBM das „Kolloquium über maschinelle Methoden der
    literarischen Analyse und der Lexikographie“ vom 24.-26. 11. 1960
    veranstaltet hatte).

    Die Protokolle der ersten 83 Kolloquien wurden im ALLC Bulletin und
    dessen Nachfolger Literary and Linguistic Computing (Oxford University
    Press) publiziert, eine Auswahl auch in Historical Social Research HSR.
    Die Protokolle aller 90 Kolloquien sind (ohne die im ALLC Bulletin
    bzw. in LLC vorangestellten englischen abstracts) im Netz unter
    www.tustep.uni-tuebingen.de/kolloq.html zugänglich. Sie stellen eine
    der Quellen zur Entwicklung vom „literary and linguistic computing“
    hin zu den „e-humanities“ in Deutschland und darüber hinaus dar – sie
    decken eine Zeitraum von mehr als 30 Jahren ab, von der Zeit der
    Datenerfassung und Programmierung über Lochkarten und der Ausgabe auf
    Zeilendrucker bzw. Lichtsatz über Kathodenstrahl-Belichter bis hin zu
    Internet, mobile media und e-publishing, von projekt-spezifischer
    Programmierung in einer „höheren Programmiersprache“ wie FORTRAN hin
    zur Nutzung von leistungsfähigen tools für die digital humanities,
    von proprietären Datenformaten und Kodierungen zur Anwendung
    etablierter Standards wie XML und TEI.

    …“

    Bartoc – Basel Register of Thesauri, Ontologies & Classifications www.bartoc.org

    Das scheint mir ein äussert sinniges Unternehmen zu sein! Es gibt natürlich schon andere Ontologieregister, aber nicht in 20 Sprachen und wohl auch nicht mit diesem breiten Ansatz, Thesauri mit einzubeziehen, die ebenfalls äußerst wichtige Hilfsmittel für die Anreicherung von Daten sind. So ist dort z.B. der Index Locorum der Forschungsstelle für Personalschriften verzeichnet und mit Metadaten versehen. Allerderdings fehlt mir noch ein Link, über den man dann diesen Thesaurus dann tatsächlich erreichen kann. Hier die Selbstbeschreibung von der Webseite http://www.bartoc.org/

    „The Basel Register of Thesauri, Ontologies and Classifications (BARTOC)
    collects metadata of controlled and structured vocabularies and provides
    a search interface in 20 languages. Metadata are enriched with
    DDC-numbers down to the third level and subject headings from Eurovoc,
    the EU’s multilingual thesaurus (© European Union, 2013, http://eurovoc.europa.eu/).
    BARTOC currently contains about 600 items (Thesauri, Ontologies,
    Classifications, Controlled Vocabularies, Taxonomies) in 65 languages
    and is still growing. If you are missing a vocabulary, please make a
    suggestion here. This web site is a service of the University Library of Basel.“

    Der Hinweis stammt übrigens aus der Inetbib-mailingliste…

    CFP: Digital Humanities – methodischer Brückenschlag oder „feindliche Übernahme“? Chancen und Risiken der Begegnung zwischen Geisteswissenschaften und Informatik, Passau: 25.03.2014-28.03.2014

    Die „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd)“ bitten um
    die Einreichung von Abstracts zur ersten Jahrestagung nach ihrer
    Gründung auf der Digital Humanities 2012 in Hamburg.
    In der internationalen Tradition dieser Tagungen bitten wir um
    Beiträge in der ganzen Breite des Fachgebiets.

    Die Deadline für die Einreichung von Vorschlägen ist Mitte Dezember. Weitere Informationen finden sich im DHD-Blog oder auch unter:

    http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/index.asp?pn=termine&id=23251

    JW

    Call for Proposals Digital Humanities Conference, 6-12 July 2014 in Lausanne

    Kurzmitteilung

    Call for Proposals Digital Humanities Conference, 6-12 July 2014 in Lausanne

    Paper/Poster/Panel deadline: 11:59pm GMT on Friday, November 1st 2013
    Workshop proposal deadline:  11:59pm GMT on Friday, 21st February 2014

    More info on submission can be found at: http://dh2014.org/call-for-paper/call-for-proposals-english/

    Job: Leiterin/Leiters des Digital Humanities Forschungsverbundes 14 TV-L / 100%, Göttingen

    Stellenanzeigen-Kennnummer: 8301 / http://www.uni-goettingen.de/de/305402.html?cid=8301
    Einrichtung: Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) (ID 8301)
    Ansprechpartner: Herr Prof. Lauer
    Besetzungsdatum: ab sofort

    Veröffentlichungsdatum: 24.06.2013

    Am Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) der Georg-August-Universität Göttingen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines

    Leiterin/Leiters
    des Digital Humanities Forschungsverbundes

    mit 100% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (zzt. 39,8 Stunden/Woche) zunächst befristet bis zum 31.03.2015 zu besetzen. Die Entgeltzahlung erfolgt nach Entgeltgruppe 14 TV-L.

    Der MWK vom Niedersachsen geförderte Forschungsverbund „Digital Humanities“ führt
    verschiedene international angesehene Infrastruktur-, Forschungs- und
    Lehreinrichtungen in Niedersachsen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu
    erreichen: innerhalb von drei Jahren das neue und sich entwickelnde
    Forschungsgebiet der Digital Humanities exemplarisch so weit zu entwickeln,
    dass der Mehrwert einer solchen Digital-Humanities-Forschung für die Geistes-
    und Sozialwissenschaften sichtbar wird. Dabei stehen drei Forschungs- und
    Arbeitsfelder im Fokus des Forschungsverbundes: 1. Digitale Bibliothek und virtuelles Museum
    2. Internet und Gesellschaft, 3. Infrastruktur und Lehre.

    Das Aufgabenfeld umfasst neben der Sicherstellung der Ziele des Gesamtprojektes und
    der Teilprojekte, u. a. die Kommunikation und Abstimmung mit Projektpartnern
    und Netzwerken mit weiteren Akteuren im Bereich Digital Humanities auf lokaler,
    nationaler und internationaler Ebene, die Koordination und Redaktion des
    Folgeantrags, die strategische Ausrichtung des Gesamtprojekts und erfolgreiche
    Einbindung in die Gesamtstrategie des Göttingen Research-Campus für die Digital
    Humanities, Öffentlichkeitsarbeit und die Planung, Organisation und
    Durchführung von Veranstaltungen.

    Voraussetzungen sind ein Universitätsabschluss in den Geistes- oder Sozialwissenschaften mit
    nachgewiesener Erfahrung in den Digital Humanities, (Promotion wünschenswert),
    ein ausgeprägtes technisches Verständnis, nachgewiesene Erfahrungen in der
    Projektleitung und der Beantragung, Durchführung und Abwicklung von
    Drittmittel-Projekten, sehr hohe Kommunikationskompetenz im Umgang mit
    nationalen und internationalen Wissenschaftspartner, sehr gute organisatorische
    Fähigkeiten und Zeitmanagement, ausgeprägte Teamerfahrung und Erfahrung in der
    Personalführung sowie sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift.

    Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden bis zum 31.07.2013, vorzugsweise in
    elektronischer Form, erbeten an Georg-August-Universität Göttingen,
    Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH), Papendiek 16, Heyne-Haus, 37073
    Göttingen, gerhard.lauer@phil.uni-goettingen.de

    Für Rückfragen steht Ihnen Herr Prof. Gerhard Lauer (gerhard.lauer@phil.uni-goettingen.de)
    zur Verfügung.

    Reichen Sie bitte die Bewerbungsunterlagen nur in Kopie ein. Die Unterlagen werden nach
    einer Aufbewahrungsfrist von fünf Monaten nach Abschluss des Verfahrens
    vernichtet. Eine Rücksendung erfolgt nur bei einem beigefügten, ausreichend
    frankierten und adressierten Rückumschlag.

    Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen
    unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher
    qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Schwerbehinderte Menschen
    werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.

    WordPress als Evernote Ersatz

    Auch ich wünsche mir seit längerem einen Ort, an dem ich alle gefundenen Notizen, Infos und genialen Einfälle sammeln und später auch wiederfinden kann. Meine selber gebastelter Linkseite unter fibri.de ist zwar praktisch, aber viel zu unflexibel, um etwas Bilder oder Screenshots zu speichern und bedarf überdies seit längerem sowieso einer Generalüberholung. Evernote ist sicher ein tool, dass bei dieser Aufgabe hilfreich sein kann, aber hat natürlich wie alle cloud basierten Lösungen den Nachteil, dass man nicht Herr über seine Sammlung ist. Heute habe ich eine interessante Alternative gefunden, die eigentlich sehr naheliegend ist und auch schon mehrfach verwendet wird. Man nehme einfach WordPress als Sammelpunkt für alle Dinge, die einem wichtig erscheinen und sammle diese in einem privaten Blog, auf dem man nur selber Zugriff hat. Für iOS und Android gibt es ja entsprechende Programme zum anschauen und bearbeiten, so dass man eigentlich recht flexibel hinsichtlich der Eingabemöglichkeiten ist. Hier ein paar Links mit Anregungen dazu.

    http://korbinus.geotruc.net/blog/2013/02/use-wordpress-as-an-evernote-replacement/

    http://lyonelkaufmann.ch/Blog/2012/05/14/utiliser-wordpress-pour-remplacer-google-docs-ou-evernote-1/

    http://blog.sleeplessbeastie.eu/2013/03/29/wordpress-as-a-personal-scrapbook/

    Um einfach Screencopies in den Blog einzufügen, kann man Image Elevator verwenden.

    Ich werde das in den kommenden Wochen mal ausprobieren und dann über meine Erfahrungen berichten.
    JW