Rückschau: DH2014 Lausanne, Switzerland – 7.7.-11.7.2014

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DH2014 ist vorbei und Deutschland Fussball-Weltmeister. Da gibt es zwar keinen direkten Zusammenhang, aber auf der Tagung war auch nicht bei allen Vorträgen der Zusammenhang zu Digital Humanities offensichtlich, daher sei diese Bemerkung hier einmal erlaubt. Mit den Workshops am Montag und Dienstag dauerte die Tagung eine ganze Woche, die prall gefüllt war mit Vorträgen, Postern, einem Fun Run und sehr sehr viel Regen. Das Wetter hat sicher auch so manchen davon abgehalten, die reizvolle Landschaft des Genfer Sees näher zu erkunden. Statt dessen drängte es sich am Veranstaltungsort. Mit über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war DH2014 bislang die größte Veranstaltung ihrer Art. Das hat sich natürlich auch auf den Charakter der Konferenz ausgewirkt.
Am ersten Tag der Tagung war es schwierig, eine der acht Parallelsektionen zu besuchen, so voll waren die darfür vorgesehenen Räume. Das ist aber vielleicht auch schon der einzige Kriktikpunkt, den man der ansonsten vorbildlich von Claire Clivaz (UNIL) und Frederik Kaplan (EPFL) organisierten Tagung anheften kann. Besonders hervorzuheben ist die Vorbereitung der Tagung durch Melissa Terras (UCL), die das peer review der Beiträge organisierte und sich auch sonst als gute Seele der Konferenz herausstellte (sozusagen der Schweinsteiger der DH). Für die verhinderte Bethany Nowviskie (University of Virginia Library) sprach sie deren Redemanuskript – digital humanities in the anthropocene – eine teilweise düstere und zugleich poetische und feinfühlige Reflektion über DH im Kontext von Umwelt, Natur und Technologie der modernen Welt. Die Frage nach der Relevanz des von ihr konstatierten Artensterbens für die Arbeit in den DH blieb über die postulierte Analogie von Vergänglichkeit in Natur und Kultur hinaus für mich zwar weitgehend unbeantwortet, aber ein Ohrenschmaus war die Rede allemal für diejenigen, die der englischen Sprache auf dieser Schöpfungshöhe mächtig sind (bei einer internationalen Tagung wie dieser übrigens nicht unbedingt ein Zustand, von dem man ausgehen sollte). Sie brachte auch etwas politisches in die DH Community, das ich bislang so nicht wahrgenommen hatte.
A propos Community. Ray Siemens beschwor diese Community in gewohnt souverainer Art in seiner Keynote: Das wir zählt! Alle, die sich noch irgendwie nicht zur großen Gemeinschaft der Digital Humanities zugehörig fühlten – spätestens nach seiner Rede waren sie in den weiten rhetorischen Armen von Siemens angekommen. Das führte aber sogleich zu Lästerei auf Twitter, diesem vermutlich von der NSA ins Leben gerufenen Kurznachrichtendienst, bei dem man der gesamten Welt in Echtzeit mitteilen kann, was man gerade denkt, fühlt und macht. Die Kritik prallte aber an Siemens ab wie der Zölibat am Papst (siehe aber, inzwischen dementiert: Katholische Priester: Papst Franziskus deutet Lösungen in Zölibatsfrage an). Und das ist auch richtig so, denn wir haben ja schließlich gestern erst gesehen, dass Teamgeist und „Community“ alles erreichen kann, wenn er bzw. sie nur wollen – sogar den Weltmeistertitel.
Sehr gelungen waren auch das Logo und die Corporate Identity der Tagung. Die von einem „italienschen“! Designer entworfenen Netzwerkvisualisierungen der aktiven Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer, die zunächst als begehbare Bodenkunst vor dem (imposanten und gerade neu eröffneten) Swiss Tech Convention Centre sowie auch multimedial (mit Photos)! gezeigt wurden, kamen sehr gut an und waren ein guter Icebreaker für die Kontaktaufnahme. Diese kleinen Kunstwerke waren damit vielleicht dem Kern von „Digital Humanities“ näher als einige der Vorträge an den folgenden Tagen.

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Fast hätte ich nun bei meiner kurzen Umschau die Eröffnungsvorlesung von Bruno Latour, dem großen französischen Wissenschaftshistoriker, vergessen. Er sprach zum Thema: „Rematerializing Humanities Thanks to Digital Traces“. Seiner Beobachtung des Wiederstarken des „Empirismus“ durch die moderne Digitalisierung ist inhaltlich und faktisch zuzustimmen. Es bleibt für mich allerdings offen, ob das „Digitale“ wirklich am treffendsten durch seine Materialität beschrieben ist – als ob Denkprozesse im Gehirn weniger materiell wären? Aber das sind vielleicht philosophische Fragen, mit denen sich die Geisteswissenschaftler beschäftigen sollten. Ich als Digitaler Humanist bin jedenfalls auch gerne materiell…

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Zum Schluß noch einige Links zu interessanten Projekten oder Folien, die mir im Laufe der Tage unter gekommen sind. Die nächste DH Konferenz der ADHO findet übrigens vom 29. Juni bis 3. Juli 2015 in Sidney statt! Und 2016 folgt dann Krakau.

Tagungswebseite

Abstracts Proceedings of DH 2015 als PDF mit ca. 85MB

Alexander O’Connor, David Lewis, Felix Sasaki: Towards Linking Linguistic Resources in the Humanities

CFP: Exploring Historical Sources with Language Technology. Results and Perspectives

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Hier ein CFP zu einem spannenden Thema. Deadline ist der 3. September, also noch etwas hin. Er kam zu mir über den Dariah-Verteiler:

** Exploring Historical Sources with Language Technology **
* Results and Perspectives *

Monday 8th December and Tuesday 9th December 2014

Huygens Institute for the History of the Netherlands, The Hague, Netherlands

http://www.clarin.eu/event/exploring-historical-sources

The proliferation of digital resources in the Humanities urges both the
development of new technologies and the elaboration of new methods,
concepts, and theories by means of which researchers can query and
interpret large-scale textual collections. In the discovery of digital
resources language technology are certainly playing a pivotal role. The
goal of the workshop is to demonstrate how the application of language
technology has produced a new understanding of texts in different fields
of Humanities.

The workshop will bring together researchers who already apply language
technology, and those who would like to learn about the current state of
art in this new and evolving area. The organizers invite researchers
(especially early career scholars) who plan to apply language
technology, but do not already have the necessary skills and technical
background. The second main goal of the workshop is to enhance exchange
of experiences, disseminate know-how, and to explore potential future
collaborations.

This international workshop is the joint effort of two major Europe-wide
initiatives: CLARIN (Common Language Resource and Tools Infrastructure)
and NeDiMAH (Network for Digital Methods in the Arts and Humanities).
NeDiMAH is funded by the European Science Foundation (ESF). Thanks
to generous funding from NeDiMAH and CLARIN, participation will be free
of charge, and funds will be available to reimburse travel and
accommodation expenses for a number of participants.

To apply for a place, please complete the online form at
http://bit.ly/explorehistory.

* Important dates *

Call for participation and papers issued     27 June 2014
Deadline for applications for participation and papers    3 September 2014
Notification of successful applicants     15 September 2014
Workshop     8-9 December 2014

* Organizing Committee *

Karina van Dalen-Oskam, Huygens ING
Gabor Mihaly Toth, University of Passau
Martin Wynne, CLARIN ERIC & University of Oxford

Martin Wynne
IT Services, University of Oxford
Oxford e-Research Centre
The Oxford Research Centre in the Humanities
Faculty of Linguistics, Philology and Phonetics
Director of User Involvement, CLARIN ERIC
martin.wynne@it.ox.ac.uk

Semantic Technologies for Historical Research: A Survey (Semantic Web Journal)

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Es tut sich etwas in der Semantic Web Szene in Bezug auf die Anwendung dieser Technologie auf Historische Forschung. Ich möchte auf einen Artikel hinweisen, der beim Semantic Web Journal akzeptiert wurde und den oben genannten Titel trägt. Verfasst wurde er von einem niederländischen Autorenkollektiv: Albert Meroño-Peñuela, Ashkan Ashkpour, Marieke van Erp, Kees Mandemakers, Leen Breure, Andrea Scharnhorst, Stefan Schlobach, Frank van Harmelen. Ein PDF des Artikels findet sich auf der oben verlinkten Webseite. Leider dort kein Hinweis auf die Wissenschaftliche Kommunikationsinfrastruktur WissKI/Drupal. Und da wir gerade dort sind, noch der Hinweis auf einen anderen interessanten Überblicksartikel, der sich noch in der Reviewphase befindet: A survey of RDB to RDF translation approaches and tools.

Digital Humanities: Eigene Disziplin oder Hilfswissenschaft?

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Statements:


aus:  Johannes Fehr, 2010, Wie entstehen wiss. Disziplinen, S. 11.

Im Rahmen einer Diskussionsvorlage für den DH-Stammtisch in Göttingen habe ich im Folgenden einige Links und Gedanken zusammengetragen, die zu der obigen Fragestellung nach eigener Disziplin oder Hilfswissenschaft beitragen. Angereichert ist der Eintrag mit einigen eigenen thesenartigen Gedanken zur Thematik, die sich aus der Diskussion der vergangenen Monate ergeben haben und einem Proposal für einen Vortrag in Passau auf der DHD 2014 mit dem Titel „Digital Humanities und Interdisziplinarität. Thesen für eine Kooperation zwischen Geisteswissenschaften und angewandter Informatik“ entnommen sind:

Digital Humanities: Field or Practice?

Manifesto

Drei Sphären der Digitalen Geisteswissenschaften (Folie von Patrick Sahle via Sally Chambers)

3 Spheres of Digital Humanities

Google ngrams: Korpora = Englisch & Deutsch bis 2008
case sensitive | case insensitive






DigitalHumanities und Interdisziplinarität. Thesen für eine Kooperation zwischen Geisteswissenschaften und angewandter Informatik

Der entscheidende Punkt bei der interdisziplinären Kooperation in den Digital Humanities ist die deutliche Formulierung und das Bekenntnis zu einem gemeinsamen Ziel, einer verbindenden Fragestellung, bei dem alle beteiligten Kooperationspartner die erwartete Belohnung für das geleistete Investment erhalten. Ist dieses Ziel nicht vorhanden oder zu schwammig, dann dürfte es auf die Dauer schwierig sein, Kooperationspartner für eine dauerhafte Zusammenarbeit (und eine solche möchten die Digital Humanities ja zwischen Geisteswissenschaft und angewandter Informatik etablieren) zu finden. Ein solches Ziel kann nicht alleine in der gemeinsamen Rekrutierung von Fördermitteln bestehen, sondern sollte und muss auch inhaltlich in einer gemeinsamen Forschungsfrage verankert sein. An dieser Stelle zerfallen die Digital Humanities jedoch in kleinere Projekte, die jeweils in der Methodik der Fachdisziplin angesiedelt sind und mit der Informatik kooperieren, um ihre Forschungsfragen zu beantworten. Diese Fragen ergeben sich zudem oft nicht aus der Kooperation zwischen angewandter Informatik und geisteswissenschaftlicher Fachdisziplin, sondern sind häufig einseitig aus den Geisteswissenschaften heraus inspiriert.
Wo aber die gemeinsame Fragestellung fehlt, wird sich kein eigenes Fach entwickeln, zumal die Methoden nicht generisch sind, sondern sich aus einzelnen Fachdisziplinen speisen, die in ihrer Spezialisierung verhaftet sind. Der gemeinsame Forschungsgegenstand von Digital Humanities, analogen Geisteswissenschaftlern und Informatikern in den Digital Humanities ist der Mensch und die conditio humana. Ihn besser zu verstehen muss daher im Zentrum der gemeinsamen Bemühung stehen. Dies korreliert mit dem Statement Jan Christoph Meisters, der im „Herzen der digitalen Geisteswissenschaft noch immer das Sinnverstehen“ sieht [zitiert nach 7] und auch mit McCarthys Ansatz, der vom „shared concern for the human“ als besten Ausgangspunkt für ein gemeinsame Fragestellung spricht [3:25]. Also geht es nicht oder nur in zweiter Linie um gemeinsame Methoden, sondern um gemeinsame Fragen und das geteilte Interesse am Verständnis des Menschen und seiner Verhaltensäußerungen, die Literatur, bildende Kunst, Geschichte und Sprachwissenschaften gleichermaßen umfassen. Nur auf einer solchen allgemeineren Basis wird aus meiner Perspektive Kooperation aller beteiligten Player nachhaltig und dauerhaft möglich sein. Der Computer und seine Software als Werkzeug hingegen kann mangels heuristischer Relevanz dieses Bindeglied interdisziplinärer Kooperation nicht stellen – er ist alleine für sich genommen in der Tat nicht anders als der Bleistift ein Werkzeug, allerdings ein wesentlich komplexeres.

Einige Arbeitsthesen zur Interdisziplinären Zusammenarbeit und zur Stellung der Digital Humanities zwischen Fachdisziplin und Hilfswissenschaft:

  • Vorsicht vor Entfremdung von den etablierten geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen! Ansonsten fehlen die Fragestellungen und man wird Digital Humanities als Konkurrenz empfinden und nicht als Bereicherung! Wollen wir wirklich dauerhaft die Nerds unter den Geisteswissenschaftlern sein [6]?
  • Angewandte Informatik sollte als gleichberechtigter Partner mit den Geisteswissenschaften auftreten. Nur so kann eine gegenseitige Bereicherung und Befruchtung entstehen. Theoretische Informatik wird nur begrenzt Interesse an den Geisteswissenschaften entwickeln können und die Geisteswissenschaften werden auf der anderen Seite auch nur wenig von dieser profitieren können.
  • Kooperationsprojekte zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie angewandter Informatik werden dann am erfolgreichsten sein, wenn sie sich mit einer konkreten Fragestellung einer konkreten geisteswissenschaftlichen Fachdisziplin beschäftigen.
  • Tools und Werkzeuge können zwar fachübergreifend, aber nur im Rahmen der Objekt, Bild oder Textbezogenheit verwendet werden. Dabei werden in Zukunft zunehmend Kombinationen der versch. Materialgruppen über semantische Technologien eine Rolle spielen.
  • Die Digitalisierung der Arbeitsmethoden muss aus den geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen heraus gefördert werden! Ansonsten wird es Akzeptanzprobleme geben. DH-Professuren sollten daher thematisch an einzelne Fachdisziplinen angebunden sein, um dort konkrete Projekte zu realisieren.
  • Kunst ist keine Wissenschaft! Digital Humanities sollten sich von der Vermengung von Ästhetik und Forschung fern halten, sonst wird die Akzeptanz in den geisteswissenschaftlichen Fachdisziplinen und auch in der angewandten Informatik sinken.
  • Usability und mobile devices sollten bei der digitalen Bereitstellung von Forschungsergebnissen stärker berücksichtigt werden. Der Legitimationszwang der Geisteswissenschaften sollte zu einer Bereitstellung der Produkte der Digital Humanities für die breite Öffentlichkeit führen.
  • Interdisziplinarität braucht Vertrauen und gleichberechtigtes Miteinander. Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen unterschiedlichen Fachdisziplinen und der angewandten Informatik ist eine grundlegende Voraussetzung für interdisziplinäre Kommunikation und die erfolgreiche Durchführung gemeinsamer Projekte.

  • Literatur in Auswahl:
    [1] Fischer, Klaus: Interdisziplinarität im Spannungsfeld zwischen Forschung, Lehre und Anwendungsfeldern, Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2010, S. 37-58.
    [2] Löffler, Winfried: Vom Schlechten des Guten. Gibt es schlechte Interdisziplinarität? In: Interdisziplinarität. Theorie, Praxis, Probleme. Hrsg. v. Michael Jungert, Elsa Romfeld, Thomas Sukopp, Uwe Voigt, Darmstadt 2010, S. 157-172.
    [3] McCarty, Willard: The residue of uniqueness, Historical Social Research, Bd. 37, Nr. 3, 2012, S. 24-45.
    [4] Reed, Mark: What makes interdisciplinarity work? http://www.youtube.com/watch?v=DhhNtzjMY4g | 07.04.2011
    [5] Sporleder, Caroline: Was sind eigentlich Digital Humanities? Der Einzug digitaler Methoden in die Geisteswissenschaften, Forschung & Lehre 11, 2013, S. 926-927.
    [6] Straush, Alexandra: Die wilden 14 – Digitale Geisteswissenschaften, in: duz Magazin 12/2013, S. 9-12.
    [7] Thaller, Manfred: Controversies around the Digital Humanities. In: Historical Social Research. Bd. 37, Nr. 3, 2012, S. 7-229.
    [8] Thiel, Thomas: Eine empirische Wende für die Geisteswissenschaften? Frankfurter Allgemeine Zeitung: 25.07.2012, Nr. 171, S. N5
    [9] Thiel, Thomas: Mittel auf der Suche nach einem Zweck. Vom Nutzen und Nachteil großer Datensätze für die Geschichte: Die Geisteswissenschaften beginnen, sich für die Möglichkeiten der digitalen Welt zu interessieren – aber noch ist unklar, was man mit all den Rechenkapazitäten anfangen soll, Frankfurter Allgemeine Zeitung. 13.02.2013, Nr. 37, S. N5
    [10] Weingart, Peter: Interdisziplinarität – der paradoxe Diskurs. – In: Ethik und Sozialwissenschaften. 8 (1997) Heft 4, Hauptartikel 9, S. 521-598 [inkl. Kritik].
    [11] Stäcker, Thomas: Wie schreibt man Digital Humanities richtig? Bibliotheksdienst 47(1), 2013, S. 24–50.
    [12] Gold, Matthew K. (HG)(2012): Debates in Digital Humanities, Minneapolis.
    [13] Stock, M., & Stock, W.G. (2012): Was ist Informationswissenschaft? In: O. Petrovic, G. Reichmann, & C. Schlögl (Hrsg.), Informationswissenschaft. Begegnungen mit Wolf Rauch Wien, Köln, Weimar, S. 389-407.
    [14] Stock, Wolfgang G. (1989): Die Entstehung einer wissenschaftlichen Disziplin, Acta Analytica 4, S. 149-168.
    [15] Orland, Barbara & Johannes Fehr (2010): Wie entstehen wissenschaftliche Disziplinen? Ein ambulanter Schriftwechsel, in: Dissonance, 111/2010, S. 8-13.
    [16] Porsdam, Helle (2012): Too much ‘digital’,too little ‘humanities’? An attempt to explain why many humanities scholars are reluctant converts to DigitalHumanities.
    [17] Presner, Todd (2010): Digital Humanities 2.0: A Report on Knowledge, in: Melissa Bailar et al. (Hg.), Emerging Disciplines: Shaping New Fields of Scholarly Inquiry in and beyond the Humanities, S. 27-38. Retrieved from the Connexions Web site: http://cnx.org/content/col11201/1.1/
    [18] Schreibman, Susan (2012): Digital Humanities: Centre and Peripheries, Historical Social Research, Bd. 37, Nr. 3, S. 46-58.
    [19] Huggett, Jeremy (2012): Core or Periphery? Digital Humanities from an Archaeological Perspective, Historical Social Research, Bd. 37, Nr. 3, S. 86-105.
    [20] Lin, Yu-wei (2012): Transdisciplinarity and Digital Humanities: Lessons Learned from Developing Text-Mining Tools for Textual Analysis, in: Understanding Digital Humanities, hg. von David M. Berry, Basingstoke, New York, S. 295-314.
    [21] Svensson, Patrik (2009): Humanities Computing as Digital Humanities, Digital Humanities Quarterly, Bd. 3, Nr. 3.
    [22] Porsdam, Helle (2013): Digital Humanities: On Finding the Proper Balance between Qualitative and Quantitative Ways of Doing Research in the Humanities, Digital Humanities Quarterly, Bd. 7, Nr. 3.
    [23] Hagner, Michael (2014): Geisteswissenschaften oder Digital Humanities? Forschung und Lehre, Heft 2 (Februar).

    PS. (19.11.15):
    Die Diskussion geht weiter: Hier ein Link zu einem Diskussionforum bei H-SOZ-KULT zum Thema Grundwissenschaften und Digital Humanities:
    http://www.hsozkult.de/text/id/texte-2890

    Call for papers: 1st Workshop on Histoinformatics, Kyoto, 25.11.13

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    For further information see: http://www.dl.kuis.kyoto-u.ac.jp/histoinformatics2013/

    Held in conjunction with 5th International Conference on Social Informatics (SocInfo 2013), 25 November 2013, Kyoto, Japan
    http://www.histoinformatics.org

    Important dates
    Paper submission deadline: October 6, 2013
    Notification of acceptance: October 25, 2013
    Camera ready copy deadline: November 5, 2013
    Workshop date: Nov 25, 2013

    The length of short papers extended to 10 pages!

    The 1st International Workshop on Histoinformatics aims at fostering the interaction between Computer Science and Historical Science towards „Computational History“.

    This interdisciplinary initiative is a response to the growing popularity of Digital Humanities and an increased tendency to apply computer techniques for supporting and facilitating research in Humanities. Nowadays, due to the increasing activities in digitizing and opening historical sources, the Science of History can greatly benefit from the advances of Computer and Information sciences which consist of processing, organizing and making sense of data and information. As such, new Computer Science techniques can be applied to verify and validate historical assumptions based on text reasoning, image interpretation or memory understanding.

    Our objective is to provide for the two different research communities a place to meet and exchange ideas and to facilitate discussion. We hope the workshop will result in a survey of current problems and potential solutions, with particular focus on exploring opportunities for collaboration and interaction of researchers working on various subareas within Computer Science and History Sciences.

    The main topics of the workshop are that of supporting historical research and analysis through the application of Computer Science theories or technologies, analyzing and making use of historical texts, recreating past course of actions, analyzing collective memories, visualizing historical data, providing efficient access to large wealth of accumulated historical knowledge and so on.

    The detailed topics of expected paper submissions are (but not limited to):

    • Processing and text mining of historical documents- Analysis of longitudinal document collections
    • Search models in document archives and historical collections, associative search
    • Causal relationship discovery based on historical resources
    • Entity relationship extraction, detecting and resolving historical references in text
    • Computational linguistics for old texts
    • Digitizing and archiving
    • Modeling evolution of entities and relationships over time
    • Automatic multimedia document dating
    • Applications of artificial intelligence techniques to history
    • Simulating and recreating the past course of actions, social relations, motivations, figurations
    • Analysis of language change over time
    • Handling uncertain and fragmentary text and image data
    • Finding analogical entities
    • Entity linking in historical collections
    • Named entity detection in historical texts
    • Automatic biography generation
    • Mining Wikipedia for historical data
    • OCR and transcription of old texts
    • Effective interfaces for searching, browsing or visualizing historical data collections
    • Collective memory analysis
    • Studying and modeling forgetting and remembering processes
    • Vulgarization of History through new media
    • Probing the limits of Histoinformatics
    • Epistemologies in the Humanities and Computer Science

    Full paper submissions are limited to 14 pages, while short paper submissions should be less than 10 pages (extended). Submissions should be sent in English in PDF via the submission website (see the website for link). They should be formatted according to Springer LNCS paper formatting guidelines. They must be original and have not been submitted for publication elsewhere. Submissions will be evaluated by at least three different reviewers from both computer and history science areas.
    The accepted papers will be published by Springer as post proceedings volume (to appear after the workshop).

    Invited Talk

    Speaker: Prof. Antal van Den Bosch (Radboud University Nijmegen, The Netherlands)

    Organizing Committee

      Adam Jatowt (Kyoto University, Japan)
      Gael Dias (Normandie University, France)
      Agostini-Ouafi Viviana (Normandie University, France)
      Christian Gudehus (University of Flensburg, Germany)
      Gunter Muhlberger (University of Innsbruck, Austria)

    Scientific Committee

    – Robert Allen (Drexel University, USA)

      Antal van Den Bosch (Radboud University Nijmegen, The Netherlands)
      Lindsey Dodd (University of Huddersfield, UK)
      Antoine Doucet (Normandie University, France)
      Alexis Drogoul (Institute of Research for Development, France)
      Marten During (Centre virtuel de la connaissance sur l’Europe (CVCE), Luxemburg)
      Frederick Gibbs (University of New Mexico, USA)
      Pedro Rangel Henriques (Minho University, Portugal))
      Nattiya Kanhabua (LS3 Research Center, Germany)
      Tom Kenter (University of Amsterdam, The Netherlands)
      Mike Kestemont (University of Antwerp, Belgium)
      Alexander Korb (University of Leicester, UK)
      Andrea Nanetti (Nanyang Technological University, Singapore)
      Daan Odijk (University of Amsterdam, The Netherlands)
      Denis Peschanski (Pantheon-Sorbonne University, France)
      Malte Rehbein (University of Passau, Germany)
      Marc Spaniol (Max Planck Institute for Informatics, Germany)
      Shigeo Sugimoto (University of Tsukuba, Japan)
      Nina Tahmasebi (Chalmers University of Technology, Sweden)
      William Turkel (University of Western Ontario, Canada)

    Call for Proposals Digital Humanities Conference, 6-12 July 2014 in Lausanne

    Kurzmitteilung

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    Call for Proposals Digital Humanities Conference, 6-12 July 2014 in Lausanne

    Paper/Poster/Panel deadline: 11:59pm GMT on Friday, November 1st 2013
    Workshop proposal deadline:  11:59pm GMT on Friday, 21st February 2014

    More info on submission can be found at: http://dh2014.org/call-for-paper/call-for-proposals-english/

    DH Summerschool Bern, 26.-29.6.2013 # DHCH

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    Gestern habe ich erfahren, dass den Bernern eine gewisse Langsamkeit nachgesagt wird. Das kann ich hinsichtlich der Geschwindigkeit, mit der DH hier rezipiert und praktiziert wird, nicht ganz nachvollziehen. Bislang – zur Halbzeit – gefällt mir die diesjährige Summerschool Digital Humanities in Bern sogar ausgesprochen gut. Hervorragend vorbereitet und bestens organisiert. Hochkarätige Keynote-Speaker, spannende Diskussionen – was will man mehr? Erstaunt hat mich die intensive Diskussion politischer und ethischer Themen, die mit DH und Web 2.0 (insbesondere Crowdsourcing) in Verbindung stehen. Themen wie die aktuelle Datenüberwachung durch Prism und ähnliche Programme stehen allerdings nicht zur Diskussion – vielleicht auch etwas zu aktuell für Leute, die aus den Geisteswissenschaften und insbesondere der Geschichtswissenschaft kommen. Organisiert wird das Event übringens federführend von infoclio.ch, dem Schweizer online-Portal der Geschichtswissenschaften. Das Programm der summerschool findet sich online unter http://www.dhsummerschool.ch/?page_id=53. Anbei auch einige Bilder, die ich gestern und vorgestern aufgenommen habe…

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    Eine Kopie der gemeinsamen Mitschrift der Teilnehmer der Tagung kann man hinter folgendem Link finden:

    Job: Leiterin/Leiters des Digital Humanities Forschungsverbundes 14 TV-L / 100%, Göttingen

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    Stellenanzeigen-Kennnummer: 8301 / http://www.uni-goettingen.de/de/305402.html?cid=8301
    Einrichtung: Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) (ID 8301)
    Ansprechpartner: Herr Prof. Lauer
    Besetzungsdatum: ab sofort

    Veröffentlichungsdatum: 24.06.2013

    Am Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH) der Georg-August-Universität Göttingen ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines

    Leiterin/Leiters
    des Digital Humanities Forschungsverbundes

    mit 100% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit (zzt. 39,8 Stunden/Woche) zunächst befristet bis zum 31.03.2015 zu besetzen. Die Entgeltzahlung erfolgt nach Entgeltgruppe 14 TV-L.

    Der MWK vom Niedersachsen geförderte Forschungsverbund „Digital Humanities“ führt
    verschiedene international angesehene Infrastruktur-, Forschungs- und
    Lehreinrichtungen in Niedersachsen zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu
    erreichen: innerhalb von drei Jahren das neue und sich entwickelnde
    Forschungsgebiet der Digital Humanities exemplarisch so weit zu entwickeln,
    dass der Mehrwert einer solchen Digital-Humanities-Forschung für die Geistes-
    und Sozialwissenschaften sichtbar wird. Dabei stehen drei Forschungs- und
    Arbeitsfelder im Fokus des Forschungsverbundes: 1. Digitale Bibliothek und virtuelles Museum
    2. Internet und Gesellschaft, 3. Infrastruktur und Lehre.

    Das Aufgabenfeld umfasst neben der Sicherstellung der Ziele des Gesamtprojektes und
    der Teilprojekte, u. a. die Kommunikation und Abstimmung mit Projektpartnern
    und Netzwerken mit weiteren Akteuren im Bereich Digital Humanities auf lokaler,
    nationaler und internationaler Ebene, die Koordination und Redaktion des
    Folgeantrags, die strategische Ausrichtung des Gesamtprojekts und erfolgreiche
    Einbindung in die Gesamtstrategie des Göttingen Research-Campus für die Digital
    Humanities, Öffentlichkeitsarbeit und die Planung, Organisation und
    Durchführung von Veranstaltungen.

    Voraussetzungen sind ein Universitätsabschluss in den Geistes- oder Sozialwissenschaften mit
    nachgewiesener Erfahrung in den Digital Humanities, (Promotion wünschenswert),
    ein ausgeprägtes technisches Verständnis, nachgewiesene Erfahrungen in der
    Projektleitung und der Beantragung, Durchführung und Abwicklung von
    Drittmittel-Projekten, sehr hohe Kommunikationskompetenz im Umgang mit
    nationalen und internationalen Wissenschaftspartner, sehr gute organisatorische
    Fähigkeiten und Zeitmanagement, ausgeprägte Teamerfahrung und Erfahrung in der
    Personalführung sowie sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift.

    Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden bis zum 31.07.2013, vorzugsweise in
    elektronischer Form, erbeten an Georg-August-Universität Göttingen,
    Göttingen Centre for Digital Humanities (GCDH), Papendiek 16, Heyne-Haus, 37073
    Göttingen, gerhard.lauer@phil.uni-goettingen.de

    Für Rückfragen steht Ihnen Herr Prof. Gerhard Lauer (gerhard.lauer@phil.uni-goettingen.de)
    zur Verfügung.

    Reichen Sie bitte die Bewerbungsunterlagen nur in Kopie ein. Die Unterlagen werden nach
    einer Aufbewahrungsfrist von fünf Monaten nach Abschluss des Verfahrens
    vernichtet. Eine Rücksendung erfolgt nur bei einem beigefügten, ausreichend
    frankierten und adressierten Rückumschlag.

    Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen
    unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher
    qualifizierte Frauen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Schwerbehinderte Menschen
    werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.